InnoSysTox - Innovative Systemtoxikologie als Alternative zum Tierversuch

Bevor Medikamente zugelassen oder Chemikalien in Umlauf gebracht werden, müssen diese toxikologisch geprüft werden. Nur so können mögliche schädliche Wirkungen neuer Substanzen auf Verbraucher und Umwelt untersucht und bewertet werden. Für diese gesetzlich vorgeschriebenen toxikologischen Untersuchungen ist der Einsatz von Tierversuchen häufig unverzichtbar.

Ein Tierversuch kann jedoch die Reaktion des menschlichen Körpers nicht immer verlässlich vorhersagen, da sich die Biologie von Mensch und Tier zu sehr voneinander unterscheiden. Deutlich bessere Ergebnisse liefern daher Testverfahren, die menschliche Zellkulturen verwenden. In der Maßnahme "Innovative Systemtoxikologie als Alternativmethode zum Tierversuch (InnoSysTox)" sollen diese innovativen Versuchsmethoden und Technologien mit dem systembiologischen Ansatz kombiniert werden, um Gesundheitsrisiken für den Menschen besser vorhersagen und quantifizieren zu können und zugleich die Zahl der Tierversuche zu verringern.

InnoSysTox knüpft an die bisherigen Erfolge der Maßnahmen "Alternativmethoden zum Tierversuch" und "Innovative Toxikologie zur Reduzierung von Tierversuchen (e:ToP)" an. Das BMBF hat die Fördermaßnahme gemeinsam mit der Niederländischen Organisation für Gesundheitsforschung und Entwicklung ins Leben gerufen. Es ist die erste deutsch-niederländische Partnerschaft auf dem Gebiet der systemtoxikologischen Forschungsförderung. Unterstützt werden sollen internationale, interdisziplinäre Verbundprojekte aus mindestens einem deutschen und einem niederländischen universitären (öffentlichen) Partner sowie aus einem privatwirtschaftlichen Unternehmen.

Präzisere Ergebnisse über mögliche Gesundheitsrisiken

Ziel der gemeinsamen Maßnahme ist es, neue toxikologische Teststrategien zu entwickeln, die spezifischere und aussagekräftigere Ergebnisse über mögliche Gesundheitsrisiken von Medikamenten und Chemikalien liefern als herkömmliche Tierversuche. Die geförderten Projekte müssen auf dem "3R"-Prinzip basieren. Primäres Ziel dieses Konzepts ist es, Tierversuche durch alternative Methoden zu ersetzen (Replacement). Wenn dies nicht möglich ist, soll die Zahl der benötigten Tiere zumindest auf ein Minimum beschränkt werden (Reduction). Zudem geht es darum, das Leiden der eingesetzten Tiere zu verringern und aus dem einzelnen Tierversuch so viele Informationen wie möglich zu gewinnen (Refinement). Mit neuen toxikologischen In-vitro-Testverfahren leistet InnoSysTox somit einen wichtigen Beitrag sowohl für den Menschen als auch für den Tierschutz. Dies ist vor allem auch in Hinblick auf die steigende Zahl notwendiger Sicherheitsprüfungen erforderlich.

Im Rahmen der Bekanntmachung wurden vier deutsch-niederländische Verbünde für die Förderung ausgewählt. Die Projekte sind zwischen Februar und Juli 2016 gestartet und werden über einen Zeitraum von drei Jahren unterstützt. Die Forschungsteams bearbeiten Fragestellungen aus den Bereichen der Leber-, Nieren- und Neurotoxizität mit einem breiten methodisch-technologischem Spektrum. Im Mittelpunkt stehen neue Wege zur Sicherheitsanalyse, in der Krebstherapie oder für eine personalisierte Medizin. Innovative Zellkulturansätze, mikrofluidische Testsysteme und bildgebende Verfahren werden mit mathematischer und toxikokinetischer Modellierung und Simulation sowie systemischer Toxikologie in Einklang gebracht.

 Zur Bekanntmachung

Kontakt

Dr. Sonja Matthiesen
Projektträger Jülich
Tel.: 02461 61-96 455
E-Mail: 

Dr. Henrike Knizia
Projektträger Jülich
Tel.: 02461 61-97 58
E-Mail: 

 

InnoSysTox

  • Förderzeitraum:
    2015 - 2017
  • Fördervolumen:
    bis zu 2,9 Mio. Euro
    (Deutschland 1,5 Mio., Niederlande 1,4 Mio.)